Stadt Freilassing will Wohnungen selbst bauen – Hiebl:„Private werden das nicht schaffen“

Die Stadt Freilassing braucht in den nächsten fünf Jahren zwischen 200 und 250 neue Wohnungen, pro Jahr. Das zeigt die Sozialraumanalyse, für Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl steht schon jetzt fest, „das werden Private allein nicht schaffen“. Vor allem bei größeren Wohnungen gebe es Nachholbedarf, „in der Vergangenheit sind viele Familien weggezogen weil sie bei uns nichts gefunden haben“. Der Stadtrat hat in einem Grundsatzbeschluss bereits eine Million Euro pro Jahr im Haushalt bereitgestellt um entsprechende Grundstücke zu kaufen.

Freilassing – „Dieses Budget ist ein positives Zeichen, aber leistbare Wohnungen werden wir nur schaffen, wenn wir auch Mietwohnungen bauen, entweder durch Private, Genossenschaften oder eben durch die Stadt selbst“, so Hiebl gegenüber BGLand24.de. Hiebl kann sich städtische Wohnungen zum Beispiel an der Schlesierstraße im Zusammenhang mit einem Kinderhaus oder auch am Bauhof an der Laufenerstraße vorstellen, nachdem dieser abgesiedelt ist.

Wie viele Wohnungen gibt es?

Am Freitag wurden im Stadtentwicklungsbeirat die aktuellen Zahlen für den Wohnungsmarkt vorgestellt, demnach sind rund 22 Prozent der Wohnungen in Freilassing 1-2 Zimmer-Wohnungen, „das ist ein guter Anteil für die Größe der Stadt, aber alleine in diesem Bereich werden wir in den nächsten Jahren 50 Wohnungen pro Jahr neu brauchen, „davon 13 bezahlbare, also gefördert“. 

Bei den 3-Zimmer-Wohnungen liegt der Anteil derzeit bei 25 Prozent, auch hier würden 50 mehr gebraucht, auch in diesem Bereich 13 leistbare. Besonders groß ist der Anteil an 4-5-Zimmer-Wohnungen, er beträgt derzeit 38 Prozent, in diesem Segment ist der Bedarf trotzdem am höchsten, 60 Einheiten sollen in den nächsten fünf Jahren pro Jahr entstehen. „Sorgenfalten machen uns die großen Wohnungen oder Häuser mit sechs Zimmern und mehr, die haben derzeit nur einen Anteil von 15 Prozent, hier müssten wir in den nächsten Jahren aber auf 17 Prozent kommen“, das wären 80 neue Wohnungen pro Jahr.

Die Sozialraumanalyse habe der Stadt drei Möglichkeiten zur Wahl gestellt: Kein Wachstum der Stadt, ein moderates Wachstum und ein maximales Wachstum. Zwei der drei Möglichkeiten seien schon mit konkreten Baugebieten und Projekten hinterlegt, zum Beispiel ein Wohnblock am Salzburger Platz oder im Freilassinger Feld im Stadtteil Hofham. 

Was ist mit dem Matulusgarten?

„Sozialer Wohnbau“ oder „Bäume und Sträucher retten“, diese Frage ist an der Matulusstraße eigentlich schon entschieden, der am 19. Juli 2020 abgehaltene Bürgerentscheid gegen die Bebauung scheiterte mangels Beteiligung, seitdem wird zwischen den Investoren und den Gegnern weiter ein „gemeinsamer Weg“ gesucht. Hiebl gibt sich auf BGLand24.de-Nachfrage bedeckt, „es gilt Einwände abzuwägen“, und es muss ein Natur-Ersatz für die verbauten Flächen gefunden werden. Wann mit dem Bau der geplanten 120 Wohnungen begonnen werden kann ist völlig unklar. 

Stadtrat will im Herbst 

Ob die Stadt als Bauherr mehr Glück hat bleibt abzuwarten, noch fehlen eigene Strukturen, die erst geschaffen werden müssen, auch die rechtliche Form ist noch offen. Zumindest das Ziel ist definiert: leistbare Wohnungen selbst bauen, ein Vorbild könnte auch eine landkreisweite Wohnbaugenossenschaft sein, die allerdings hauptsächlich im südlichen Landkreis aktiv ist. Mit den Fraktionen im Stadtrat hat Hiebl schon Vorgespräche geführt. Diese seien durchaus positiv gewesen.

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